Die grüne Arktis
Lofoten und Vesteralen 1998
Nach unserem ersten Süd - Norwegenurlaub 1989 beschlossen wir 1998 wieder nach Norwegen zu fahren. Diesmal sollte es aber Nordnorwegen, genauer gesagt die Vesteralen und Lofoten sein. Unsere Mitreisenden sind die "Speiser`s" (Christian, Lotte, Iris und der Husky Hägar). Mit unserem Vollgepackten HILUX machen wir uns am 18.7.1998 von Katzelsdorf über Prag - Dresden - Berlin - Schwerin - Lübeck nach Travemünde auf den Weg. Die Nacht verbringen wir auf der Fähre "Peter Pan". Am nächsten Morgen kommen wir in Trelleborg an. Von hier aus geht es über Malmö - Helsingborg - Ljungby (hier treffen wir die Speiser`s, die schon 1 Woche vor uns angereist sind) - Jönköping - Motala - Örebro nach Borlänge. Nach diesem anstrengenden Tag fallen wir hundemüde in den Schlafsack. Der nächste Tag ist nicht weniger anstrengend, da wir so rasch wie möglich nach Norden wollen. Tagesziel ist Funäsdalen an der Norwegischen Grenze. Am 21.Juli überqueren wir die Grenze nach Norwegen, besichtigen Röros und fahren weiter Trondheim und nach Snäsa. Der Campingplatz liegt direkt an einem See und ich probiere meine neue Angel aus. Außer ein paar versenkten Blinker, konnte ich keinen Erfolg aufweisen. Auch Christian hat sein Erfolgserlebnis: nach einem mißglückten Reinigungsversuch ist sein geheiligter Benzinkocher funktionsuntüchtig.
Unser Ziel rückt langsam näher, immerhin sind wir am 22. Juli schon fast am Polarkreis. Diesen überqueren wir nächsten Tag bei strömenden Regen und fahren in Bognes auf die Fähre nach Lödingen. Bei Regen und Nebel erreichen wir Nachmittags die Vesteralen (so habe ich mir immer schon einen Sommerurlaub vorgestellt). In Sandset mieten wir uns eine Hütte für die nächsten Tage.
Freitag, 24.Juli: Blauer Himmel und Sonnenschein. Nach dem Frühstück
fahren wir nach Nyksund und buchen eine Walsafari für den nächsten Tag. Die
ersten Eindrücke von den Vesteralen sind traumhaft.
Am Samstag ist es ebenfalls sommerlich und wir brechen zur Walsafari auf. Nach
einem kurzen Rundgang durch Nyksund besteigen wir die M.S.Odin mit Kapitän
Edgar. Die Safari soll ca. 8 Stunden dauern. Nach einer Stunde ist den meisten
Passagieren schon schlecht. Ich halte das Schauckeln 2 Stunden aus, dann füttere
ich ebenfalls die Fische. Nach etwa 3 Stunden sehen wir dann endlich die ersten
Pottwale. Beeindruckend !
Insgesamt sehen wir 4 Wale.Dann geht es über eine Vogelinsel (auch Robben, Papageientaucher und Kormorane) zurück nach Nyksund. Bei der Rückfahrt fährt das Schiff mit den Wellen und die Übelkeit ist wie verflogen. Alle schlagen sich die leeren Bäuche mit leckerer Fischsuppe voll.
In Nyksund kaufe ich dann noch einen Walzahn bei einem holländischen Aussteiger.
Am 26.7. ist Kanufahren angesagt. In einen wunderschönen Fjord bei Toftenes fahren wir den ganzen Tag zwischen kleinen Inseln umher.
Nächsten Tag ist es bewölkt und es nieselt. Also auf nach Sortland einkaufen. Nachmittags wird es besser und wir machen einen Ausflug nach Bö und Hovden. Überall gibt es herrliche weiße Sandstrände, nur das Wasser ist etwas kühl. Die Bronzefigur "Mann am Meer" in Steine sollte man ebenfalls besuchen. In Nykvag beobachten wir das bunte Treiben in einer Drei Zehen Mövenkolonie. Ein Regenschirm ist aber empfehlenswert (große weiße Tropfen von oben!)
Dienstag, 28.7.1998
Heute verlassen wir unsere gemütliche Hütte in Sandset um in Richtung Lofoten zu fahen. Die Überfahrt von Melbu nach Fiskeböl dauert 20 Minuten. In Brustranda finden wir eine tolle Hütte direkt an einem Fjord. Abends wandern wir noch etwas auf den umliegenden Hügeln herum und pflücken dabei jede Menge Heidelbeeren.
Die nächsten Tage besuchen wir das Lofotenaquarium in Kabelvag, fotografieren die Mitternachtssonne in Utakleiv, erkunden unseren Fjord mit dem Kanu, besteigen die umliegenden Hügel und man glaubt es kaum, die Kinder gehen ins Nordmeer baden!
Freitag müssen wir leider die Hütte räumen, da sie für das Wochenende schon belegt ist. Also geht unsere Reise weiter südwärts. In Vikten ist die nördliche Glasbläserei Skandinaviens. Sehenswert ist ebenfalls der kleine Ort Nusfjord. Dieser ist in das Weltkulturerbe aufgenommen. Hier kaufen wir bei einem Fischer frischen Räucherlachs, der am Abend genussvoll gegessen wird. In Moskenes erkundigen uns nach der Fähre zum Festland. Als bester Termin wird uns 7 Uhr in der Früh empfohlen. Übernachtet wird in A. Dies ist nicht nur die letzte Ortschaft auf den Lofoten sondern der Campingplatz ist auch das allerletzte (teuer, schmutzig, abgewohnt).
Samstag, den 1.8.1998 velassen wir frühmorgens die Lofoten in Richtung Bodö. Von Bodö geht es dann auf der E6 über der Polarkreis - Mo I Rana Mosjoen nach Trofors. Hier übernachten wir in einer urigen Hütte auf einem Bauernhof. Als Abendessen gibt es die Lachsreste mit österreichischen Sekt!
Sonntag ist dann ein "kilometerfresser Tag" und wir schaffen es bis südlich von Trondheim. In Melhus finden wir einen schönen Campingplatz direkt an einem See. Den nächsten Tag gehen wir gemütlich an. Ein ausgiebiges Frühstück und dann baden im ca. 22 Grad warmen See. Mittags fahren wir dann weiter über Orkland - Meldal - Oppdal - Dombas - Lesja - Vagano in den Jotunheimen Nationalpark.
Hier verbringen wir 2 schöne Tage mit Wandern, Steineklettern und Elche suchen.
Mittwoch geht die Reise über Schotterstraßen weiter in Richtung Süden. In Rödberg verbringen wir weitere 3 Tage mit wandern, Ausflugsfahrten und fotografieren.
Samstag, den 8.8.1998 heißt es Abschied nehmen von Norwegen. Von Larvik fahren wir mit der Fähre nach Fredrikshaven (DK). Mit den Kindern besuchen wir noch Legoland in Billund.
Dienstag trennen wir uns wieder von den Speiser`s (sie bleiben noch ein paar Tage in Dänemark) und erreichen nach 17 Stunden Fahrt hundemüde Katzelsdorf.
16.11.08 2m